Maria-Magdalena-Kirche

 

Wahrscheinlich war die Anhöhe, auf der unsere Kirche steht, bereits in vorchristlicher Zeit ein heiliger Ort.

1702 brannte das Pfarrhaus. Die Urkunden der Gemeinde und Altargerät gingen verloren.

Erst 1997 wurde der Name der Kirche wieder "amtlich". 295 Jahre wurde der Name der Kirche mündlich überliefert. Ob Sie bereits vor 1702 diesen Namen führte, wissen wir nicht sicher.

 

Vermutlich wurde mit dem Bau der Maria-Magdalena-Kirche in der Zeit nach 1227 begonnen. 

Wesentliche Bauphasen:

122X  Feldsteinkirche ohne Turm

1514  Installation der Marienglocke (19 Kg) über dem Westeingang

1600  Bau eines Holzturmes - die Marienglocke durfte sich erheben.

1740  Einbau einer Empore

1893  Errichtung eines gemauerten Glockenturmes (Backsteinbau; 28 m)


 

  1. Altar
  2. Balustrade
  3. Taufstein (behauener Granit; 13. Jhd.)
  4. Marienglocke (1514)
  5. Sakristei
  6. Kanzeltür (siehe Bild rechts)
  7. Kanzel mit Schalldeckel
  8. Sternenhimmel
  9. Seitenfenster
  10. Epitaph
  11. Grabplatten
  12. Empore
  13. Orgel
  14. Gedenktafel

Mehr Informationen über die Kirche:

hier bei wikipedia



Wer war Maria Magdalena?

Der Umgang mit der Geschichte der Maria Magdalena illustriert eindrucksvoll, wie die Bedeutung der Frau(en) in christlicher Tradition diskreditiert wurde (und wird). Silke Petersen schreibt in ihrer Arbeit über Maria aus Magdala: "Die wohl wichtigste Jüngerin Jesu und eine zentrale Zeugin der Osterereignisse ist über viele Jahrhunderte primär als ehemalige Prostituierte und reuige Sünderin wahrgenommen worden; und das Bild der „Sünderin“ und sexuell anrüchigen Frau wirkt weiterhin in populärer Literatur, in Romanen, Gedichten und Filmen."

Zitiert aus Silke Petersen; Maria aus Magdala; Sept. 2011

 

Quelle: https://www.bibelwissenschaft.de/stichwort/51979/

 

Weiterer interessanter Link hierzu:

http://de.wikipedia.org/wiki/Maria_Magdalena

 


Die Geschichte der Taufschale

Gestatten Sie, dass ich mich vorstelle: Ich bin die Taufschale der Maria-Magdalenen-Kirche. Hier links sehen Sie ein aktuelles Photo von mir. Auch wenn ich ziemlich glänzend erscheine, so richtig gut geht es mir nicht, der Zahn der Zeit hat seine Spuren hinterlassen.
Überhaupt, die Zeit: 282 Jahre bin ich alt, im Jahr 1734 hat mich Paul Wernike der Kirche in Malente geschenkt: „Gott zu Ehren und der Kirche zum Zierrat ist dies verehrt“ hat er auf meinen Rand prägen lassen. Und auf meinem Boden sieht man ein Bild des Apostels Petrus. Damals war Malente ein kleines Bauerndorf im Fürstbistum Eutin, einige hundert Menschen wohnten hier. Die meisten waren Bauern, dazu ein paar Handwerker, ein typisches Dorf, mit einigen Dorfschaften, die dazu gehörten. Wer er war, Paul Wernike, der mich geschenkt hat, keiner weiß es. In den ersten Jahrhunderten ruhte ich, wenn Kinder in der Maria-Magdalenen-Kirche getauft wurden, in den Händen eines Engels, der aus dem Gewölbe heruntergelassen wurde. Ein tolles Gefühl war das, wenn wir beide im Altarraum schwebten, wenn dann ein Säugling von Eltern oder Paten über und gehalten wurde und der jeweilige Pastor Wasser aus mir nahm und es dem Kind über die Stirn rinnen ließ mit den Worten: „Ich taufe Dich auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes!“ Was für ein erhebendes Gefühl, dabei eine wichtige Rolle spielen zu dürfen.

Nur gut 60 Jahre dauerte unsere Partnerschaft, 1797 riss die Kette, die meinen Engel halten sollte, er stürzte zu Boden und zerbarst. Ich blieb zurück, fortan allein beteiligt an den Taufen.
Turbulente Zeiten brachen über Anfang des 19 Jahrhundert herein über Malente, der Französische Krieg überrollte Deutschland, Napoleon trieb sein Wesen und Unwesen. Unser Fürstbischof aus Eutin war Verbündeter der Russen, die sich Napoleon in den Weg stellten, und so haben um 1819 russische Soldaten sich in Malente und drumherum aufgehalten, der eine oder andere war auch bei mir in der Kirche.
Einige Jahrzehnte später begannen neue Zeiten in Malente, wir wurden Kurort, immer häufiger waren Menschen aus Hamburg und anderen Städten zu Gast, und bald schon brachten sie die Gemeinde auf die Idee, ihren alten Kirchturm aus Holz durch einen Backsteinturm, der 1893 fertiggestellt wurde. Zur gleichen Zeit wurde auch der Innenraum neu gestaltet. So ist auch der alte Taufstein, der in früheren Zeiten durch den Ort vagabundiert ist, wieder in die Kirche zurückgekommen. Und wenn heute Kinder getauft werden, dann habe ich meinen Platz und Halt in diesem schönen Granitstein.
Soweit ein bisschen was aus meinem Leben. Dank großzügiger Spenden konnte ich mich einer Verschönerungskur unterziehen. So konnten viele kleine Dellen, die im Laufe der letzten 282 Jahre entstanden sind, und die eine und andere weitere Beschädigung beseitigt werden.


Herzlichen Dank, Ihre Taufschale!


Die neue Altarbibel ist angekommen

Der 200. Geburtstag der Eutiner Bibelgesellschaft wurde in einem Gottesdienst mit Musik, Gebet und vielen Bibelgeschichten gefeiert. Am Reformationstag, dem 31. Oktober, hat unser Gottesdienstteam dort die neue Altarbibel für unsere Kirche abgeholt.

Diese revidierte Lutherbibel von 2017 ist die vom Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland empfohlene Bibelübersetzung für den Gottesdienst. Darin wurden alle biblischen Texte umfassend geprüft und, wenn nötig, überarbeitet. Die Änderungen am Text folgten dabei drei grundlegenden Kriterien: Genauigkeit, Verständlichkeit und Luthersprache.

Nach den Versuchen im letzten Jahrhundert, die Bibel nach Martin Luther zu modernisieren, ist es ein Anliegen der Revision 2017, das Profil der Lutherbibel wieder zu schärfen. Im Verlauf früherer Überarbeitungen wurden - vielfach ohne inhaltliche Notwendigkeit – sprachliche Modernisierungen vorgenommen, die die kernige

Sprache des Reformators nicht berücksichtigten. Welches Maß an Veränderungen die neue Lutherbibel gegenüber der Fassung von 1984 aufweist, zeigen folgende Zahlen: Von den rund 31 000 Versen des Alten und Neuen

Testaments hat man etwa 12 000 Verse, also knapp 40 Prozent, geändert.

Die Intensität dieser Veränderungen ist allerdings sehr unterschiedlich: Von geringfügigen Anpassungen in der Zeichensetzung, über den Austausch einzelner Wörter, bis hin zur vollständigen Neuübersetzung einzelner Verse reicht die Bandbreite der Bearbeitungen.

Übrigens: Die neue Lutherbibel ist überall im Buchhandel erhältlich. Das Reformationsjubiläum 2017 ist ein guter

Anlass, sich auf diese Kraftquelle neu zu besinnen.